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Sally Perel
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Etwas lernen aus der Geschichte eines Überlebenden

WAZ LOKALAUSGABE / HERNE

Sally Perel in der Realschule Strünkede

Es bedarf schon einer besonderen Ausstrahlung, um eine Aula voller 16-jähriger zwei Stunden zu fesseln. Sally Perel, einer der letzten jüdischen Zeitzeugen des Nationalsozialismus, schafft es. Fünf 9. Klassen der Realschule Strünkede folgten gestern seinen bewegenden Erlebnissen.

Sally Perel, das ist der "Hitlerjunge Salomon", der als Heranwachsender überlebte, weil er sich als deutscher Josef ausgab und sich vier Jahre lang "unter der Haut des Feindes" verbarg. 40 Jahre später hat er ein Buch über sein Doppelleben geschrieben, und seitdem reist er - seit langem in Israel lebend - bei seinen Deutschlandbesuchen durch die Schulen. Um seine Botschaft anzubringen, die da lautet: Lernt aus der Geschichte. Perels Geschichte war den Jugendlichen als Film bekannt, und doch hörten sie ihm aufmerksam zu, als er von seinen "zwei Seelen" berichtete. Der jüdischen, die nur nachts heimlich weinen durfte, und der anderen, die stolz den Siegestaumel der Deutschen teilte. Diese Widersprüchlichkeit macht ihn glaubwürdig, und obwohl mit 79 Jahren ein alter Mann, doziert Sally Perel nicht von der Kanzel herab.

Er redet viel über seine Gefühle, und das ist es, was die Jugendlichen interessiert, wie die in den Klassen gesammelten Fragen am Ende des Vormittags belegen. "Wie brachten Sie den Eid auf Hitler über sich?", wollen sie wissen, "Würden Sie das noch mal so machen?" - und: "Haben Sie gebetet?" Perel beantwortet alle Fragen, auch die, die ihm eine Schülerin am Ende beim Signieren seines Buches stellt, nach dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Ja, sagt er, die Israelis seien Schuld, deshalb engagiert er sich auch seit Jahren in der israelischen Friedensbewegung.
Vor der neuen braunen Gefahr hat Sally Perel an diesem Morgen ein paar Mal gewarnt, seine Hoffnung geäußert, "euren Verstand erleuchten" zu können. Schulleiterin Andrea Junker greift das in ihrem Schlusswort noch einmal auf, denn das ist Sinn und Zweck solcher Schulveranstaltungen: zu Demokratie und Toleranz zu erziehen. Sie legt den Jugendlichen nahe, ihre Bildung zu nutzen. "Dann könnt ihr euer eigenes Urteil fällen und euren Weg mit Mut gehen." ei



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